Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse, Künstlersozialversicherung und Künstlersozialabgabe

Selbständige Künstler und Publizisten sind durch die Künstlersozialversicherung ähnlich wie Arbeitnehmer sozial abgesichert.  Finanziert durch die Versichertenbeiträge ihrer Mitglieder einerseits sowie durch die Künstlersozialabgabe und einen Bundeszuschuss andererseits soll sie Künstler und Publizisten vor Altersarmut und sozialem Abstieg schützen.

Künstlersozialabgabe

Wofür wird Künstlersozialabgabe gezahlt?

Die Künstlersozialabgabe finanziert – neben den Versichertenbeiträge dem Bundeszuschuss – die Künstlersozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten. Sie wird bei allen Unternehmen erhoben, die regelmäßig künstlerische oder publizistische Leistungen von selbständigen Künstlern und Publizisten verwerten.
Die Künstlersozialabgabe ist daher vergleichbar mit dem Arbeitgeberanteil, den Arbeitgeber für ihre angestellten Arbeitnehmer in Form von Sozialabgaben zahlen.

Abgabepflichtige Unternehmen

Abgabepflichtig sind nicht nur die gesetzlich genannten typischen Verwerter von Kunst und Publizistik, sondern auch Eigenwerber, also Unternehmen mit einer hausinternen Marketingabteilung, und alle sonstigen Unternehmen, die Aufträge von einem Honorar von mehr als € 450.- pro Jahr an selbständige Künstler und Publizisten vergeben.
Grundsätzlich muss jedes Unternehmen für sich selbst prüfen, ob es zur Zahlung der Künstlersozialabgabe verpflichtet ist und sich eigenständig bei der Künstlersozialkasse melden.
Da das Gesetz aber nicht klar und abschließend definiert, welche Personen zum Kreis der Künstler und Publizisten gehören, besteht in der Praxis häufig Unsicherheit darüber, ob jemand als Künstler oder Publizist einzustufen ist.
Die Entscheidung darüber, ob ein Entgelt im konkreten Einzelfall für eine künstlerische oder eine gewerbliche Leistung gezahlt wird, bleibt aber dem Abgabepflichtigen überlassen. Er muss die Entgelte, die der Abgabepflicht unterliegen, allein ermitteln und die an die KSK abzuführenden Beträge selbst berechnen. Folglich muss er auch über die Abgrenzung der künstlerischen und publizistischen Berufe von den gewerblichen Berufen selbst entscheiden, was mitunter zu erheblichen Problemen führt.

Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherungen

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) prüft im Rahmen der von ihr durchgeführten Betriebsprüfungen u.a. auch, ob ein Unternehmen Künstlersozialabgabe nach dem Künstlersozialversichungsgesetz (KSVG) zahlen muss. Der Prüfdienst der DRV verfügt über ca. 3.600 Mitarbeiter, die in einem vierjährigen Turnus bei allen Unternehmen prüfen, ob sie ihren sozialversicherungsrechtlichen Pflichten ordnungsgemäß nachkommen. Seitdem die DRV im Jahr 2015 diese Prüfung übernommen hat, werden jährlich ca. 400.000 Unternehmen geprüft und damit deutlich häufiger zur Abgabe herangezogen, als früher. Neben der DRV ist auch der Prüfdienst der KSK für die Unternehmer zuständig, die keine Arbeitnehmer beschäftigen und deshalb auch nicht zur Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung verpflichtet sind.

Rückwirkende Nachforderungen der Künstlersozialabgabe

Aufgrund der Verjährungsregelungen kann die Künstlersozialabgabe rückwirkend (5 Jahre und bei Vorsatz bis 30 Jahre zurück) nacherhoben werden. Für Unternehmen kann dies im Einzelfall Nachzahlungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich und dmait den finanziellen Ruin bedeuten, falls nicht ausreichend Rücklagen vorhanden sind

Expertise zur Künstlersozialabgabe

Was ich als Fachanwalt für Unternehmen in Fragen zur Künstlersozialabgabe tun kann:

Als Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht verfügt Dorothe Lanc einen lanjährigen Erfahrungsschatz in Fragen zur Künstlersozilabgabe und bietet hier ….

  • Beratung zur Künstlersozialabgabe, z.B. zu Auskunfts- und Meldepflicht, Betriebsprüfung, Bemessungsgrundlage 
  • Künstlersozialabgabe für Gesellschafter einer GmbH
  • Beratung zur Ausgleichsvereinigung
  • Vertretung im Anhörungsverfahren zur Künstlersozialabgabe
  • Vertretung im Widerspruchsverfahren zur Künstlersozialabgabe
  • Prozessführung gegen die Künstlersozialkasse, wegen z.B. unberechtigter oder überhöhter Forderungen zur Künstlersozialabgabe

Künstlersozialversicherung

Soziale Sicherheit und Schutz vor Altersarmut

Mit der Künstlersozialversicherung werden selbstständige Künstler und Publizisten in das gesetzliche Sozialversicherungssystem einbezogen. Sie sind pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Mit der Einzahlung ihrer Beiträge haben sie im Fall einer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf (vorgezogenes) Krankengeld, können Pflegegeld z. B. für Reha-Maßnahmen beanspruchen und erwerben Rentenanwartschaften, sodass sie im Rentenalter eine Rente beziehen.

Reduzierte Beitragslast

Das Besondere: Die selbstständigen Künstler und Publizisten brauchen nur die Hälfte ihrer Beiträge zu zahlen und sind damit ähnlich günstig gestellt wie Arbeitnehmer. Die andere Beitragshälfte wird durch die Künstlersozialabgabe der Kunst- und Publizistikverwerter (z.B. Verlage, Konzertdirektionen, Rundfunk, Fernsehen, Galerien, Werbeagenturen, Kunst- und Musikschulen) und durch einen Bundeszuschuss finanziert.

Selbständige Tätigkeit als Künstler oder Publizist

Um in die Künstlersozialversicherung aufgenommen zu werden, muss eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit selbstständig, erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt werden. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann der Künstler oder Publizist einen Aufnahmeantrag bei der KSK stellen.
Die Eintragung in die Handwerksrolle ist für die Frage, ob eine Tätigkeit als Kunst oder Handwerk einzustufen ist, nicht konstitutiv. Weder schließt die Rolleneintragung die Künstlereigenschaft zwingend aus, noch bedeutet umgekehrt die Löschung in der Handwerksrolle, dass keine handwerkliche, sondern eine künstlerische Tätigkeit ausgeübt wird.

Expertise zur Künstlersozialversicherung

Was ich als Fachanwalt für Künstler und Publizisten bei Fragen zur Künstlersozialversicherung tun kann:

Mit einem umfassenden Erfahrungshintergrund im Künstlersozialversicherungsrecht bietet Dorothe Lanc als Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht hier

  • Beratung zum Antragsverfahren zur Aufnahme in die Künstlersozialversicherung
  • Beratung zur Einkommensschätzung und eigenen Abgabepflicht im Falle der Beauftragung von Dritten
  • Beratung in Fragen zu Beitragshöhe, Kontrollen und Nachprüfung der KSK
  • Überprüfung der Voraussetzungen, ob ein Anspruch auf Aufnahme als Künstler in die Künstlersozialversicherung besteht
  • Beratung zur Abgrenzung der künstlerischen von der handwerklichen Tätigkeit im Hinblick auf die Aufnahme in die KSK als Künstler
  • außergerichtliche Vertretung im Widerspruchsverfahren gegen die Künstlersozialkasse, z.B. bei ablehnendem Bescheid der KSK bzgl. der Aufnahme in die KSK
  • Prozessführung gegen die Künstlersozialkasse, wie z.B. Klage auf Feststellung der Versicherungspflicht oder – in Fällen des Ausschlusses – Klage auf Feststellung der weiteren Versicherungspflicht